Erfolgreiche QR- Code Kampagnen

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QR-Codes bieten mit durchdachten Strategien viel Potenzial

Gibt es erfolgreiche QR-Code Kampagnen? Besser gefragt: Gibt es QR-Codes überhaupt noch? Konnte man in der Zeit ab 2011 gefühlt auf 95% aller Printanzeigen, Plakate, Flyer, Firmenfahrzeugen usw. einen QR-Code finden, sind die sympathischen Quadrate, zumindest in Deutschland, nahezu vollständig aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Dabei gab es nahezu unendlich viele Verwendungsoptionen. Vor allem auch viele schwachsinnige . Und genau diese gedankenfreien Strategien haben nicht gerade zu einer nachhaltigen Akzeptanz dieses Standards geführt.

Dabei ist das Potenzial groß und das kann selbst bei geringem Investitionseinsatz innovativ genutzt werden. 2013 nutzten 4,22 Mio. Smartphone Besitzer über 14 Jahren QR-Codes häufig oder gelegentlich. 2015 waren es bereits 6,44 Mio. Und gerade eine seltenere, aufmerksamkeitsstarke und durchdachte Verwendung kann diesen Kanal für Marketingansätze wieder interessant machen. So können Nutzer der Musik App Shazam, die seit 2015 integrierte Kamerafunktion nutzen, um Logos von Shazam und QR-Codes zu scannen. Der Vermarkter Ströer sieht hier die Möglichkeit Out of Home Werbung mit Mobile zu verknüpfen. Anstatt einfallslose Links auf die Homepage eines Unternehmens, verbergen sich bei Shazam- Plakaten Inhalte mit potenziellen Mehrwert hinter der Codierung, wie beispielsweise Filmtrailer, Musik oder interaktive Anwendungen, die den Entdeckergeist belohnen.

Punkte für erfolgreiche QR-Code Kampagnen

Um die Menschen dazu zu bekommen, dass sie wirklich den QR-Scanner aktivieren, sollten ein paar Punkte durchdacht werden.

1. Die Platzierung des Codes sollte an einem Ort erfolgen, an dem man gut scannen kann.

2. Die Größe des Codes muss stimmen, lieber zu groß als zu klein.

3. Ansprechendes Design, das wirklich auffällt: Keine langweiligen schwarz/weiß Blöcke. Nahezu jeder QR-Generator bietet eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten.

4. Klare Handlungsaufforderung: Jetzt scannen &  Fast Lane Ticket sichern!

5. URL-Shortener verwenden: Durch eine Tiny-URL verringert sich die Anzahl der Pixel und der Code kann einfacher gescanned werden→ Weniger Fehler beim dechiffrieren.

6. Die Landingpage muss mobil optimiert sein und direkt die nächste Handlung einfordern.

7. Falls Apps über den QR-Code der Download einer App gepushed werden soll, muss ein Store Switch integriert werden, der automatisch auf den passenden Store verlinkt. Zwei Codes nebeneinander für die versch. Betriebssysteme sind eher störend und verwirrend. Zudem sollte die App nicht viel größer als 5 MB sein, da sonst die Absprungrate im Mobilfunknetz enorm hoch ist.

8. Wenn der hinterlegte Inhalt eine URL ist, ist es ratsam, sich über die Anschlussverwendung der Internetadresse Gedanken zu machen. Legendär ist der Fall von Heinz Ketchup, die einen QR-Code millionenfach auf Ketchup Flaschen druckten. Noch bevor das Mindesthaltbarkeitdatum abgelaufen war, wurde die URL aus dem Bestand gelöscht und eine Erotikfirma sicherte sich die Webadresse. Ein Ketchup-Kosument, der sich beim Scannen des Codes über die nicht jugendfreien Inhalte wunderte, sorgte für eine reichweitenstarke, unterhaltsame Diskussion.

Mögliche Funktionen von QR-Codes

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Gut gemacht- Die Kontaktdaten der Ansprechpartner sind als V-Card hinterlegt und können über den QR-Scanner einfach ins Adressbuch übertragen werden (Horizont: 14.01.2016)

Am Häufigsten werden hinter den Codes Webadressen „versteckt“, um einen schnellen Zugriff zu ermöglichen. Aber es gibt noch weitere viel zu wenig genutzte Funktionen:

Visitenkarten: Um die eigenen Kontaktdaten einfach und schnell in das Adressbuch der potenziellen Zielgruppe zu bekommen, kann der komplette Datensatz hinterlegt werden. Nach dem Scan erscheint eine V-Card, die direkt unter den Kontakten abgelegt werden kann. Mehrwert für den Scannenden: Deutliche Zeitersparnis.

Wifi-Login: Hier kann der Zugang, inklusive Passwort, hinterlegt werden. Das manuelle Verbinden dauert meist länger und ist deutlich fehleranfälliger, gerade bei Sicherheitspassworten.

Musik: Mp3-Files und andere Dateien können nach einem Scan abgespielt werden.

Interaktive Landingpages: All in One Social Media Buttons, Coupons und Wegweiser sind nur einige Funktionen, die mit Drag & Drop QR-Generatoren, wie z.B. visuallead, einfach zu generieren sind.

Die seltenere Verwendung, dafür aber in einer durchdachteren Position mit wirklichem Mehrwert könnten für ein Comeback des Standards sorgen. Auch im Bereich Dienstleistungen und Service kann der Einsatz sinnvoll sein. Beispielsweise versenden Versicherungen QR-Codes per Post, um die Verlängerung von Versicherungskennzeichen zu vereinfachen.

QR-Code Einsatz am Promostand

QR-Codes können am Promostand sinnvoll eingesetzt werden. Die zwingende Voraussetzung ist, wie immer, ein sinnvoller Mehrwert. BMW zeigt bei der Promotion des neuen 7er, wie das funktioniert. Hinter dem Ausstelungsfahrzeug findet sich Zusatzmaterial für Autofans.  Wer keine Lust auf eine Papierbroschüre hat, kann den QR-Code scannen, um Details zu erfahren. Dank des kostenlosem W-Lans im Flughafen muss hierfür das pers. Datenvolumens nicht belastet werden. Nach einem erfolgten Scan öffnet sich die Landinpage. Neben technischen Daten, ist hier ein Konfigurator integriert, der die freie Gestaltung ermöglicht und zur Nutzung einlädt. Hat man das Auto fertig gestaltet, erfolgt eine direkte Option zur Vereinbarung einer Probefahrt. Selbst wenn man diese nicht zwingend spontan am Flughafen vereinbaren möchte, hat es die Adresse der Aktions-Website schon einmal bis auf das Smartphone geschafft.

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BMW Promotion am Flughafen in Hamburg- Februar 2016

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Neben dem Fahrzeug stehen die Broschüren. Der QR-Code ist deutlich sichtbar positioniert. Wer ihn scanned landet direkt auf dem Fahrzeug-Konfigurator und kann da das eigene Wunschfahrzeug konfigurieren.

Verknüpfung zu App Downloads

QR-Codes können eine sinnvolle Brücke von einer Plakatwerbung zum direkten Download im Play Store sein. Wichtig hierbei ist, dass der Code groß genug für einfaches scannen ist. Zudem sollte im Falle eines App Downloads die Größe der App 5MB nicht überschreiten, damit das Datenvolumen des Kunden nicht zu sehr strapaziert wird und die Bereitschaft für einen Download gegeben ist

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Plakatwerbung für Das Telefonbuch mit QR-Code (U-Bahn Hamburg, Februar 2016)

Weiterführende Links:

www.mobile-zeitgeist.com/podcast