Mobile AdBlocker

AdBlock App

AdBlocker haben sich für Smartphones in Deutschland noch nicht wirklich durchgesetzt. Während knapp 20% der Desktop-Nutzer ein Plugin zur Unterdrückung von Werbung installiert haben, sind es bei Mobile-Nutzern in Deutschland gerade einmal 1%. (1) Parallel wächst der Anteil der Menschen, die über das Smartphone online gehen. Woher kommt die geringe Nutzung?

Zum einen werden Inhalte auf dem Smartphone bevorzugt über Apps anstatt Mobile Websites genutzt und Werbung innerhalb von Apps kann nicht geblockt werden. Zudem muss eine extra Browser-App installiert werden, damit Werbung unterdrückt wird.

Ein noch viel wesentlicher Grund dürfte es aber sein, dass viele Adblocker Apps einfach noch nicht richtig funktionieren.

AdBlocker: Wirksamkeit variiert

Was bringen AdBlocker? Weniger Datenverbrauch, schnellere Ladezeiten und -natürlich- keine Werbung. Das versprechen zumindest Anbieter wie z.B. Rocketshield, deren App „Free Adblocker Browser“ weltweit auf mehr als 5 Millionen Downloads allein für Android Geräte kommt.

 

AdBlocker

Links: Bei aktiviertem Adblocker bleibt das Feld „Anzeige“ am Seitenanfang leer                        Rechts: Ohne Adblocker wird die Werbung ausgespielt.

Der AdBlock Browser findet nahezu alle Werbeskripte auf der Website mobil.mopo.de. Klassische Positionierungen wie Leaderboard Banner, Medium Rectangle und großflächige Interstitials werden immer erkannt und konsequent geblockt. Die Ladezeiten sind dadurch etwas besser. Zudem wird das Datenvolumen weniger schnell verbraucht, da Werbemittel nicht selten zwischen 50-200 KB groß sein können. Bei mehreren Seitenaufrufen kommen da schon schnell ein paar MB zusammen, die das persönliche Datenvolumen belasten.

Anders sieht es bei den Mobile Websites von Handelsblatt und Bild aus. Hier werden ebenfalls einige Anzeigenplätze geblockt, aber bei weitem nicht alle. Insbesondere Native Ads, die sich natürlich in den Inhalt der Seite einfügen, werden nicht erkannt.

Interessanterweise sperren die Verlage die Nutzer von Mobile Adblockern nicht in konsequenter Art und Weise von der Nutzung von Inhalten aus, um das digitale Schnorrertum zu begrenzen. Ebenfalls ein Indiz für die (noch) geringe Relevanz dieses Themas.

Besuch von Handelsblatt.de vom Desktop aus mit aktiviertem Adblocker Plugin. Entweder muss ein Digitalpass gekauft oder der Adblocker deaktiviert werden. Mobile Nutzer bekommen diesen Hinweis nicht angezeigt.

 

In einigen Fällen kann das Surfen mit der AdBlocker-App dazu führen, dass die Darstellung von Websites nicht richtig funktioniert. Interaktive Elemente, wie z.B. Galerien oder Videos werden irrtümlicherweise für Werbung gehalten und geblockt.

AdBlocker: Aktuell keine Gefahr für Mobile Marketing

Die Ausgaben für Mobile Marketing steigen kontinuierlich. Insbesondere um junge Zielgruppen zu erreichen, ist dieser Kanal nahezu alternativlos. Während der Anteil Verweigerer von Haushaltswerbung  in einigen Städten, wie z.B. München, schon bei über 50% liegt, sind es bei Smartphone-Nutzern, wie zuvor erwähnt, lediglich 1%. (2) Hieraus kann man ableiten, dass der Leidensdruck wohl noch nicht groß genug ist, um Mobile Werbung zu unterdrücken. Denn störende Formate werden als Hauptgrund für die Installation von AdBlockern genannt. Einen wichtigen Beitrag zur qualitativen Marktentwicklung leistete Google mit den Mobile First Update zu Beginn diesen Jahres. Publisher, die Werbung einbinden die sich schon vor dem Betreten der Seite über Inhalte legt, werden abgestraft und müssen spürbare Nachteile im Ranking bei Google hinnehmen. Viele Publsiher bevorzugen daher Native Ads, um Nutzer nicht zu verärgern. Zudem wird das Targeting deutlich verbessert, um die Relevanz zu steigern und mit passenden Botschaften an den Adressaten heranzutreten.

Großes Potenzial zur Steigerung der Akzeptanz besteht aber immer noch bei der Kreation. Viel zu oft werden Werbemittel verwendet, die für das Smartphone vollkommen ungeeignet sind. Sobald hier noch Verbesserungspotenziale realisiert werden, dürften sich Adblocker für Mobile nicht zum Reichweitenkiller entwickeln.

  1. http://www.horizont.net/medien/nachrichten/Pagefair-Report-Mobile-Adblocker-sind-weltweit-auf-dem-Vormarsch-145896
  2. http://bureau-schmidt.de/haushaltswerbung-nein-danke/