App Erstellung

Was ist für die Entwicklung einer eigenen App notwendig? Die wichtigsten Punkte auf einen Blick.

1. Konzept:

Unerlässlich für die Erstellung einer App ist ein klares Konzept. Was soll die App können? Ist eine native Applikation wirklich die beste Lösung oder ist Responsive Webdesign vielleicht nachhaltiger? In der Regel werden native Apps vor allem dann als bevorzugte Lösung entwickelt, wenn auf die Hardware des Smartphones zugegriffen werden soll, wie z.B. Kamera, Lagesensor oder die Mitteilungszentrale.
Weiterhin können die gewünschte offline Nutzung sowie das „native Erlebnisgefühl“ wichtige Gründe für die Entscheidung sein. (Linktipp: Kompaktüberblick von mobilen Lösungen bei analog.de)

2. Identifikation von Schnittstellen:

Apps werden meist als zusätzlicher mobiler Kanal von einer bestehenden Online-Lösung gelaunched, wie z.B. von einem Webshop. Wenn die App über das Backend des Shops befüllt wird ist eine XML-Schnittstelle notwendig, die eine Synchronisation von Daten ermöglicht. Aufwendiger ist es, wenn Inhalte von mehreren Quellen genutzt werden, wie z.B. bei Buchungsstrecken von verschiedenen Anbietern.

In diesem Fall wären dann mehrere Schnittstellenapassungen notwendig bzw. diese wären dann extra zu erstellen. Hier sollte unbedingt geprüft werden, ob die Einbindung über eine Webview-Funktion denkbar ist. Bei dieser Funktion können mobil optimierte Inhalte einfach über eine URL eingebunden werden und ermöglichen so Inhalte schnell auszutauschen und ggf. Anbieter problemlos zu wechseln. Die Kosten für die Entwicklung/Anpassung von XML-Schnittstellen sind hingegen extrem hoch und verhindern den schnellen Wechsel von Dienstleistern. Nicht selten wird seitens der Agentur eine XML-Anbindung zur effektiven „Kundenbindung“ propagiert…

Deutlich einfacher ist ein „Mobile only“- Ansatz. Abhängigkeit von der Komplexität der Funktionen, reicht in simplen Fällen ein auf die Basisfunktionen reduzieretes CMS, um die Inhalte zu pflegen.

3. Entwickler Accounts:

Um Apps zu entwickeln und über den App Store zu vertreiben, ist ein Entwickler Account notwendig. Die meisten Apps werden für Android (Google Play) und iOS (Apple Store) entwickelt. Blackberry und Windows spielen, zumindest momentan, eine untergeordnete Rolle.

Der Entwickler Account sollte unbedingt von dem Auftraggeber der App Entwicklung eingerichtet werden. Nicht von der Dienstleistungsagentur. Der Inhaber des Entwickler Accounts ist auch als rechtlicher Ansprechpartner inkl. Impressum im Store genannt.

Die Kosten belaufen sich bei Apple auf 80€ jährlich, während Google nur einmalig 25$ verlangt.

Entwickler Account Google Play

Dashboard Android Entwickler Account- Downloads und aktive Installationen können einfach eingesehen werden

4. Testing:

Damit eine App im Store freigegeben wird und vor allem auch die Zielgruppe glücklich macht, ist konsequentes Testing notwendig. Bei der aktuellen Anzahl von Geräten und Betriebssystemen, sollte vor Testbeginn daher ein klarer Rahmen definiert sein.

Iphones müssen ein sog. Ad-Hoc Zertifikat installieren, um Test-Apps installieren zu können. Hierfür ist die sog. UDID (Unique Device ID) notwendig, die am Besten via itunes exportiert wird. Die dafür vorhandenen Apps sind meistens Schrott und produzieren falsche Daten. Leicht zu erkennen sind die falschen UDIDs daran, dass diese mit zahlreichen FFFF beginnen und so falsche Daten exportieren.

Um ein Testing mit mehreren Personen durchzuführen, empfiehlt sich Hockey-App. Hier können Betaversionen einfach zum Download zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist ein Crash-Reporting integriert, das Appsturzursachen der App dokumentiert.

Sobald die App reibungslos funtkioniert kann der Upload in den Store erfolgen. Die Dauer vom Upload bis zur Freigabe unterscheiden sich. Google gibt neue Apps in nahezu allen Fällen innerhalb weniger Stunden frei. Falls die App nicht einwandfrei läuft, wird diese erst im Nachgang gesperrt. Bei Apple kann eine Freigabe zwischen 1-14 Tage dauern und die App muss durch ein deutlich härteres Review-Verfahren.

Unbedingt sollten Entwickler Ressourcen für die direkte Zeit nach dem Launch bereit gehalten werden. Nicht selten fallen kleinere Bugs auf, wenn die App im Live-Betreib auf eine große Anzahl von Nutzern und Endgeräten trifft.

5. Mobile Marketing:

Fresh. Die App ist im Store verfügbar. Um nun aber eine relevante Anzahl von Downloads zu generieren ist eine durchdachte Mobile- Marketing Strategie notwendig. Als Faustregel gilt, dass ca. 50% des Entwicklungs-Budgets für Marketingaktivitäten einzuplanen sind.  Extrem wichtig für die Bereitschaft zum Download sind gute Bewertungen. Auf Kritik sollte daher umgehend zeitnah eingegangen werden, damit kein negatives Image zurückbleibt. Bei Apple werden mit dem Upload einer neuen Version die vorherigen Bewertungen gelöscht. Bei Google Play bleiben die weiterhin sichtbar.

Damit die richtige Zielgruppe die App auch findet ist es wichtig das App-Store Profil zu optimieren. Grafiken und Texte müssen attraktiv gestaltet sein und den Interessenten klar ansprechen. Welches Problem löst die App? Für wen ist sie relevant? Neben Grafiken können auch Videos eingebunden werden, um Funktionen zu verdeutlichen. Keinesfalls sollte man der Versuchung unterliegen anhand schwammiger Beschreibungen auch irrelevante Nutzer zum Download zu manipulieren. Denn Apps die schnell wieder deinstalliert werden verlieren Plätze im Google Play Store Ranking.

Linktipp: Apps Store Optimization (ASO) bei onpage.org

6. Roadmap erstellen und Budget einplanen:

Wie lange soll die App am Markt bleiben? Agenturen verlangen als jährliche Service Fee  nicht selten 10% der Erstellungskosten, die mit einkalkuliert werden müssen. Weiterhin können neue Geräte und die Weiterentwicklung von Betreibssystemen zusätzliche Kosten verursachen. Der Launch von iOS 7 erforderte einen umfangreichen Umbau der App internen Bibliotheken. Apps, die diese Anforderungen nicht erfüllt haben, sind aus dem Store geschmissen worden.