Google Mobile First Update

Bereits seit 2015 kommen mehr als die Hälfte der Suchanfragen bei Google von Smartphones. Bis zu 2018 wird ein Anteil der mobilen Suchanfragen von knapp 80% erwartet.

Als Antwort darauf hat Google im Oktober 2016 mit der Ankündigung für Mobile First Update reagiert. Mobile First bedeutet als Begriff im Wesentlichen, dass jedes neue Produkt zuerst für das Smartphone konzipiert und danach für andere Kanäle adaptiert wird. Unternehmen wie Facebook verfahren ebenfalls so, wenn es um die  Entwicklung von Werbeformaten und Benutzerführung geht.

Indexänderung in 2017

In der Vergangenheit crawlte Google die Inhalte der Desktopseite und prüfte, ob es eine dazugehörige Infrastruktur für Mobilgeräte gibt. Diese tauchte dann als Mobile friendly gekennzeichnet bei mobilen Suchanfragen auf. Beide Indezes existierten somit parallel und wurden abhängig vom Gerätetyp (User Agent) referenziert.

Das Mobile First Update befördert nun den Index für Smartphones zum Hauptindex. (1) Diese Aufwertung soll der deutlichen Veränderung des Nutzungsverhaltens gerecht werden. Wichtig zu erwähnen ist, dass Google ausschließlich Smartphones als Mobile bezeichnet. Tablets gelten als stationäres Gerät, da diese überwiegend im heimischen W-Lan als „Couch PCs“ eher der Nutzung von Desktopgeräten ähneln.

Timing und Kriterien für das Ranking

Ein genaues Datum für die Aktivierung des Updates steht noch nicht fest, lediglich 2017 gilt als sicher, also müsste es bald soweit sein. Die Kriterien für ein gutes Ranking sind hingegen seit geraumer Zeit bekannt und weisen Parallelen zum bisherigen Mobile Friendly Index auf.

  1. Ladezeiten: Speed, Speed und nochmals Speed. Laut Google springen 53% der Nutzer, die über eine mobile Suchanfrage eine Website anklicken ab, wenn diese länger als 3 Sekunden lädt. „Wie verwöhnt kann man sein?“,  mag jeder denken, der die Zeiten von 56 K Modems noch miterlebt hat. Viele junge Leute haben dies nicht und geben lange Ladezeiten als einen wesentlichen Grund für frustierende Nutzungserlebnisse an.
  2. Usability: Inhalte sollten sich automatisch an die Displaygröße anpassen und ohne zoomen erkennbar sein. Weiterhin prüft Google, ob die Menüführung für Smartphones geeignet ist und , Buttons mobile funktionieren. Eine integrierte Suchfunktion sollte mit max. Klick erreichbar sein, damit der Mobiler schnell und unproblematisch die gewünschten Inhalte findet.
  3. Werbung: Aufdringliche Werbeformate, die vor dem Rezipieren von Inhalten aufpoppen, wie z.B. Interstitials, führen zu Rankingverlusten. Native Einbindungen und Werbung die zwischen den Inhalten erscheint gelten als benutzerfeundlicher, da diese erst erscheinen, nachdem Inhalte bereits konsumiert und als relevant befunden worden sind.

Mit der zeitnahen zu erwartenden Aktivierung des Updates wird es eng für Unternehmen, die noch keine konsequente Mobile-Infrastruktur entwickelt haben. Denn selbst mit einer sehr guten Website, die allen Standards entspricht, sind deutliche Verluste im Ranking bei Suchanfragen vom PC zu erwarten. Die Ausrede „Meine Kunden nutzen überwiegend den PC!“ kann spätestens jetzt nicht mehr gelten.

Quellen:

  1. https://www.sistrix.de/news/mobile-first-google-macht-den-mobilen-index-zum-hauptindex/
  2. http://searchengineland.com/googles-mobile-first-index-still-months-away-271851