Responsive Webdesign vs. Native App

„Wir brauchen eine App!“
„Sehr gerne. Was genau soll diese App denn können?“
„Öhm.. Tja, unsere Inhalte mobil abbilden. Die sind doch alle mobil heute, die Leute mit den Smartphones und Tablets…“
Repsonsive Webdesign vs. Native App_small_nur_Screen

So oder ähnlich fängt nicht selten ein Gespräch über eine mögliche Entwicklung eines mobilen Kanals an. Oft wird vorschnell über die Entwicklung einer App nachgedacht, bevor andere Optionen ausreichend geprüft worden sind. Sehr schnell kann so ein signifikantes Budget mit einer mobilen Lösung verfeuert werden, laufende Kosten inklusive… Oft ist Resposnive Webdesign kostengünstiger, nachhaltiger und flexibler, wenn es darum geht, Produktinhalte sowie Serviceleistungen für möglichst viele Geräte zu optimieren. In anderen Fällen führt an einer nativen Applikation kein Weg vorbei. Daher sollten alle Beteiligten gleichermaßen wissen, was genau mit der mobilen Lösung erreicht werden soll. Bei Games dürfte kein Weg an einer nativen Applikation vorbeiführen, während reine Informationsseiten mit Responisve Webdesign besser beraten sind.

Responsive Webdesign:

In der Regel werden Inhalte für drei verschiedene Geräteklassen optimiert, d.h. Desktop, Tablet und Smartphone. Der Nutzer ruft mit seinem Endgerät die jeweilige URL auf und das CMS erkennt automatisch die Geräteklasse und spielt hierfür das passende Template aus. Nicht zu verwechseln ist Responsive Design mit dem Adpativen Design. Beim Adaptiven Design ordnen sich die Inhalt passend zu der Größe des Displays flexibel an.

Responsive Design arbeitet hingegen mit konstanten Templates, die für die jeweilige Geräteklasse optimiert werden können. Beispielsweise lassen sich so in einem Template für Smartphones Inhalte für Desktop Nutzer deaktivieren oder hinzufügen, wie z.B. WhatsApp als Social Icon für das Teilen von Inhalten via Smartphone.

Stärken und Schwächen auf einen Blick:

Vorteile:

  • Geräte werden automatisch erkannt
  • Unab­hängikeit vom App-Store, keine Entwickleraccounts, Review-Verfahren etc. notwendig
  • Anpassungen & Updates sind ein­facher einzuspielen, deutliche Ressourcenschonung
  • Einmalige und laufende Kosten sind meist niedriger als bei nativen Applikationen
  • Testing ist weniger aufwendig, da dies Browserbasiert und nicht über AdHoc Zertifkate stattfindet
  • Links kön­nen ein­fach über ver­schiedene Plat­tfor­men geteilt wer­den. Z.B. wenn ein User einen Link via Smart­phone bei Face­book teilt, erhält der­jenige, der diesen Link z.B. per Desk­top anklickt, automa­tisch die beste Auflösung
  • Suchmaschinen kennzeichnen mobil optimierten Content und bevorzugen diesen

Nachteile:

  • Keine offline Nutzung möglich
  • Native Features fehlen- Usability, Push-Nachrichten, Beacon Messages
  • Keine Präsenz im App Store
  • User Experience von nativen Apps ist meist besser

Native Apps:

Apps erfreuen sich hoher Beliebtheit, da sie die Smartphone Funktionen optimal ansprechen und so eine bestmögliche User Experience bieten. Gerade in den Kategorien Gaming, Lifestyle, Social Media und Musik sind sie unersetzbar. Aber: Der Homescreen ist hart umkämpft und bietet nur sehr begrenzten Platz. Gerade große Unternehmen geben den Trend vor, bestehende Apps aufzusplitten, um ein weiteres Icon mit Firmenlogo platzieren zu können. Gleichzeitig soll so die User Experience der bei den wichtigsten Anwendungen vereinfacht und optimiert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Ausgliederung des Messengers aus der Facebook App.
Eine grundlegende Frage vor dem Start eines mobilen Projektes sollte daher sein: Wie häufig wird der User es nutzen? Realistisch gesehen natürlich, nicht nach den Wunschvorstellungen von Produkt- und Marketingabteilung. Zudem muss ein signifikantes Budget für Marketingaktivitäten eingeplant werden. Ohne haufenweise Downloads und gute Reviews  ist die Auffindbarkeit im App Store in beliebten Segmenten sonst schwierig.

Vorteile:

  • Bessere User Experience
  • Zugriff auf die Hardware des Smartphones (GPS, Neigefunktion, Kamera, Mikrofon, Mitteilungszentrale)
  • Dauerhafte Präsenz auf dem Homescreen
  • Offline-Nutzung
  • Präsenz im App-Store

Nachteile:

  • Für die unterschiedlichen Systeme muss jeweils eine separate App gebaut werden (iOS, Android, Windows)
  • Laufende und einmalige Kosten sind meist deutlich höher, z.B. hat der Launch von iOS 7 Entwickler zu einem massiven Umbau der bestehenden Libraries gezwungen, ohne die die App nicht mehr benutzbar wäre
  • Testing, Updates und neue Features zu implementieren ist umständlicher
  • Zusätzliche Marketing-Strategie zur Erreichung von Downloads ist notwendig