Schöne Antworten auf AdBlocker

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Die Bitterkeit des Lebens inszeniert Fernet Branca mit einer gezielten Ansprache an AdBlock-Nutzer, die diese Werbung trotz aktiviertem AdBlocker angezeigt bekommen (gesehen bei focus.de am 06.11.2016) .

Die Verbreitung von AdBlockern, die Werbeeinblendungen blockieren, stellt Anbieter von werbefinazierten Inhalten vor zunehmende Probleme. Aktuell liegt der Anteil der Computerzenutzer, die einen AdBlocker installiert haben, bei ca. 20 % (1). Anders sieht es bei „Mobilern“ aus. Noch.

Bei Smartphonenutzern ist die Anzahl der Verwender von AdBlockern deutlich geringer, da diese eine extra App installieren müssen und nur Werbeinhalte im Mobilen Web (MEW) blocken können und nicht innerhalb von Apps. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass die Anzahl der Mobile-Nutzer in Deutschland die aktiv Werbung unterdrücken bei ca. 0,5-2% liegt. (2)
Dennoch ist jede verhinderte Werbeeinblendung für Publisher schmerzhaft, da die Monetarisierung von digitalen Inhalten ohnehin schon schwierig genug ist. Neben juristischen Auseinandersetzungen mit den Anbietern von AdBlockern, findet ein technisches Wettrüsten statt, dass die Funktionen von AdBlockern blockt. Eine andere Strategie, die z.B. von Bild.de umgesetzt wird, verhindert einen Zugriff auf die Inhalte, solange Werbeinhalte nicht eingblendet werden können. Andere Verlage ziehen hier bereits nach und hoffen so, einen Rückgang der Nutzung zu bewirken.
Nun aber ein Targeting direkt auf die Nutzer von AdBlocker auszurichten und die Anzeigengestaltung darauf abzustimmen, ist eine nicht gerade unwitzige Reaktion auf die Schmarotzerhaltung der Werbeverweigerer. Denn solange keine Zahlungsbereitschaft vorhanden ist, sollte die Akzeptanz von Werbung selbstverständlich sein.

Neue Formate & gute Datenquellen sind notwendig

Dennoch wird die Verweigerungshaltung durch AdBlocker nur spürbar zu reduzieren sein, wenn Werbung weniger nervig und schrill in der Wahrnehmung der Nutzer erscheint. Publisher verstehen dies zunehmend und verwenden verstärkt nativ eingebundene Formate. Und auch im Bereich Mobile zeichnet sich eine Veränderung ab. Google zeigt mit der Ankündigung ab 2017 Publisher im Ranking abzustrafen, die weiterhin aufdringliche Interstitials (großflächige Pop-up Banner für Smartphones) vor Inhalte schalten, eine klare Marschrichtung in die Werbezukunft: Werbung darf Nutzer nicht aggressiv stören. Einen Leser schon vor dem Betreten der Seite mit Werbung zu konfrontieren, führt nicht selten zur Verärgerung. Insbesondere bei großen Werbemitteln die ersteinmal geladen werden müssen und so, neben der Wartezeit, den Datenverbrauch erhöhen. Stattdessen fördert der Suchmaschinenkonzern Formate, die zwischen dem Wechsel von Inhalten erscheinen. Also nachdem schon Inhalte genutzt und für relevant befunden worden sind
Weitere positive Ausnahmen sind sog. Pre-Loading Ads. Diese erscheinen während eine App lädt, was in der Regel 2-5 Sekunden dauern kann. Ermöglicht eine Werbevermarktung zudem eine kostenfreie Nutzung und passt mit der Bannergestaltung idealerweise noch zum Inhalt der App, dürfte dies positive Effekte auf die Markenwahrnehmung haben.

Quellen:

  1. OVK Studie bei Horizont.net
  2. internetworld.de: Umfrage Allensbacher Institut & Statista
  • Horst Schreiner

    „ist eine nicht gerade unwitzige Reaktion auf die Schmarotzerhaltung der Werbeverweigerer.“
    So ein Schwachsinn. Selbst wenn man für die Inhalte bezahlt hat wird man mit der Werbung auf der jewiligen Webseite zugeballert! Solange dieses agressive und dumme Marketing besteht werde ich den adblocker nicht ausschalten und eher dem Hersteller noch was spenden!